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Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten
Robert Eitner, ein Autodidakt in Sachen Musik, begann seine musikwissenschaftliche Tätigkeit 1868 mit der Gründung der Gesellschaft für Musikforschung, die bis heute besteht. Er initiierte mehrere Publikationsreihen, bevor er sich dem zukunftsträchtigen Quellen-Lexikon widmete – in seiner Größe und seinem Anspruch eine Pionierarbeit. Zur Zeit als Eitner seine Arbeit in Bibliotheken in ganz Europa leitete, hatten viele von ihnen keinen eigenen Musikkatalog. Eitners Leistung war deswegen bemerkenswert, vor allem, weil er die Notwendigkeit erkannte, umfassende Quellenangaben zu geben. Er war ein Pionier in der Dokumentation von Musikquellen und prägte den berühmten Satz, dass „die Musikbibliographie … die Grundlage alles historischen Wissens“ (Vorwort). Eitners Werk behält auch heute noch seine Gültigkeit, auch wenn sich die Voraussetzungen für die Quellendokumentation durch revolutionäre technologische Entwicklungen grundlegend verändert haben. Zahlreiche von Eitner zitierte Sammlungen gingen während der Kriege verloren oder wurden zerstört, so dass seine Verweise die einzigen bleiben (viele davon sind nicht einmal in RISM enthalten). Das Werk ist auch mehr als eine Auflistung von Manuskripten und Drucken. Mit seiner Perspektive auf die Quellen in ihrem lokalen und überregionalen Kontext gibt es Einblicke in bekannte und unbekannte Kompositionen, Persönlichkeiten und Musikinstitutionen. Im Gegenzug ist es selbst ein Stück Musikgeschichte. Ein Lexikon der Quellen, der „Eitner“, wie er inzwischen bekannt ist, ist ein Klassiker der Musikquellenforschung und eine unverzichtbare Nachschlagewerk für Musikwissenschaftler.
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